Mit dem Völkischen kontaminierte Musik: Andreas Gabalier

Besser hängt man Andreas Gabalier in gallischer Tradition an einen Baum, um ihn an dem zu hindern, was er am liebsten tut: breitbeinig seine Alpen-Kitsch- und Après-Ski-Blödel-Songs mit Sexismus und völkischer Ideologie aufzuladen und zu verbreiten.

Unter Rot-Grün galt es Anfang des Millenniums noch als gewagt, wenn sich Bands mit flotter Gitarren- und Elektromusik in Deutschlandfahne eingehüllt zeigten, sich als Patriot_innen selbst feierten und auf „Heimat Sounds“-Samplern vereinten. Kurz vor der Weltmeisterschaft in Deutschland hatten viele die geeignete Ausrede entdeckt für ungehemmten Nationalismus von Kopf bis Fuß, im Wohnzimmer, am Balkon, am Fahrrad und am Auto . Doch als der Rapper Fler 2005 mit einem Schießbefehl von Adolf Hitler sein Album bewarb, blätterte auch von Schröders Patriot_innen die erste rote Farbe ab. In die nationalistische Kerbe schlägt auch der österreichische Sänger Andreas Gabalier. Auf dem Albumcover „Volks-Rock ‘n Roller“ posiert er als Hakenkreuz. Gabalier bedient auch hinter der Plattenhülle die Phantasien einer „reinen“ Volksgemeinschaft und zeichnet ein Heimatbild, das nur nach völkischen Prinzipien als intakt und erstrebenswert gilt. Im Lied „Mein Bergkamerad“ besingt er das „eiserne Kreuz“ und im Lied „Biker“ versteckt er einen österreichischen Gruß an die Achsenmächte des zweiten Weltkrieges Italien, Deutschland und Japan. Der 34jährige Gabalier wirkt gerade wegen seines literarisch wie musikalisch uninspirierten Gesamtpaketes wie das Echo aus einer vergangenen Zeit der 1930er bis 1950er Jahre. Die rückwärtsgewandte, ungelenke und schwarz-weiße Verrenkung von Andreas Gabalier hätte daher als Covermotiv nicht besser gewählt werden können. Gabalier verspricht seinem Publikum, dass bei ihm kein Rock ‘n Roll zu befürchten und dafür eher Völkisches zu erwarten ist.

Elvis Presley war nicht ohne Grund kein Deutscher, als er den Rock´n Roll nach Deutschland brachte und Jugendlichen, die unter dem autoritären Staat und ihren Eltern litten, Musik der Befreiung und den Ausdruck des Widerstandes an die Hand gab. Rock´n Roll steht im historischen Kontext für den kulturellen Ausdruck eines Lebensgefühls für Freiheit, gegen Deutschland und gegen Krieg. Rock´n Roll war das rebellische Lebensgefühl und das Auflehnen gegen eine zipfelmützige Repebulik, deren konservativ-regressiver Kern den Täter_innen der Shoah eine steile Karriere durch die Institutionen bescherte.
Der nach Größe heischende „Bergbauernbua“ Gabalier sähe sich nur allzu gerne in legitimer Nachfolge des Rock ‘n Rolls. Doch letztlich bekommt man bei Gabalier nur das, was er ist: Musik auf Ramschniveau. Gabalier steht für die Gegenaufklärung, die Anti-Moderne und für das Kleine, für Begrenzung und Unterdrückung und damit für jene Werte, welche der Rock ‘n Roll überwindet. Gabalier steht nicht in der Tradition von Elivs Presley, er steht nicht einmal in der Tradition der Spider Murphy Gang oder von Peter Kraus. Gabalier steht in der Tradition von deutscher Musik unterm Hakenkreuz.

 

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